Wappen


Stoephasius
aus Wollin, Kreis Usedom-Wollin

(Ältester bekannter Vorfahr im Mannesstamm: Jochim Stöwhase, * … Wollin um 1600,
Schiffer und Fischer, Großvater des Johannes Stoephasius, * Wollin 27. 1. 1671,
† Fiddichow 29. 9. 1726, Pfarrer in Fiddichow/Pommern)

In blau-silbern gespaltenem Schild vorn ein aufgeschlagenes silbernes Buch, überhöht von
drei (1, 2) silbernen Sternen, hinten ein halber roter Adler am Spalt.
Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken drei Straußenfedern, eine silberne zwischen
zwei blauen.

In Anlehnung an das 1818 dem Johann Christoph Stoephasius, Gymnasialdirektor zu Pol-
nisch Lissa, anläßlich seiner Erhebung in den Adelsstand durch Zar Alexander I. von Ruß-
land verliehene Wappen neu angenommen 1864 von Hellmuth Stoephasius, Pfarrer in Wer-
nikow (1825-1897); auf Antrag seines Urenkels Dirck-Michael Stoephasius, Diplom-Fi-
nanzwirt in Mülheim a. d. Ruhr, mit Führungsberechtigung für alle Nachkommen im Man-
nesstamm seines oben genannten Vorfahren Johannes Stoephasius (1671-1726), soweit und
solange sie noch den Familiennamen des Wappenstifters führen,

eingetragen am 15. November 1985 unter Nr. 8471/85

[Deutsche Wappenrolle, Band 45, Teil 2, Seite 57,
Neustadt an der Aisch 1986, Verlag Degener & Co.]




K O N T A K T
NameE-Mail-Adresse
Bernd-Michael Stoephasiusinfo@bmstoe.de





H I N W E I S E    und weitere    V E R K N Ü P F U N G E N
Neuerscheinung Juni 2016:
Wolfgang Stoephasius,
In siebzig Jahren um die Welt
über das Buch
über den Autor
Wolfgang StoephasiusLändersammler





G A L E R I E
hist. Siegelabdr. (Fam. v. Stoe.)
historischer Siegelabdruck
(Familie von Stoephasius)
R. E. Stoe., Flensburg 1864
Richard Eduard Stoephasius
in Flensburg, 1864
R. E. Stoe., bei Barville 1870
»Hauptmann Stoephasius«

»[…] Bild […] stellt das Auffahren der uner=
müdlichen ersten leichten Batterie des dritten Armeekorps unter
ihrem in der ganzen Division bekannten Batteriechef, dem Haupt=
mann Stoephasius, bei Barville dar.«

[aus einer illustrierten Zeitung]

Richard Eduard Stoephasius
bei Barville (Nähe Beaune la Rolande) am 28. November 1870
R. E. Stoe.
»Hauptmann Stöphasius.«

»Gegen Abend endlich, als die zähe Kraft des braven
X. Korps nahezu gebrochen war, wurde ihm die
heißersehnte Hilfe durch die aus Pithiviers an=
rückende 5. Division gebracht, der eine Anzahl Bat=
terien voraneilte, unter ihnen in erster Reihe die
berühmte Batterie Stöphasius des III. Korps.
Hauptmann Stöphasius war es auch, der sich in
den Besitz des einen am Morgen verlorenen,
aber glücklich zurückeroberten Geschützes setzte; er
übersandte es der Batterie mit vollständiger
Ausrüstung und Bespannung, begleitet von einer
Visitenkarte, auf der, wie man sagt, geschrieben
stand: ”Meine Mittel erlauben mir das!“ ²)«

»²) Stöphasius hatte sich schon vor Düppel bei
Erstürmung der von Lieutenant Anker so brav verteidigten Schanze II ausgezeichnet; er wurde zum Führer
des Ehrengeleits, welches mit den eroberten dänischen Geschützen in Berlin einzog, bestimmt und von Seiner
Majestät dem Könige durch den Roten Adlerorden 3. Kl. mit Schwertern ausgezeichnet. Nachdem er dem Tode
ungezählte Male furchtlos ins Auge gesehen hatte und aus einer langen Reihe blutiger Schlachten und Gefechte
unverletzt hervorgegangen war, traf ihn am 11. Januar 1871 vor Le Mans, fernab vom eigentlichen Gefechts=
felde, eine verirrte Chassepotkugel in die Brust. Die letzten Worte des Sterbenden zu seinem Divisionskommandeur
sollen gewesen: ”Ach, Excellenz, was wird die 5. Division ohne Stöphasius anfangen!“«

[Krieg und Sieg 1870-71 Kulturgeschichte,
Herausgegeben von Dr. J. v. Pflugk-Harttung,
Berlin, Schall & Grund, 1896, S. 201 f.,
über Richard Eduard Stoephasius]
   »Und da sie kaum vom Haupte wischen wollen
      Den blut'gen Schweiß der langen Todesqual,
   Da kommts von drüben brandend hergeschwollen,
      Verderben fluthet in das Waldesthal.
   Im dumpfen Taktschritt, dem der Boden zittert,
      Im finst'ren Blick Triumph des Sieges schon,
   Den Leib voll Kraft, das Herz zur Wuth erbittert,
      Steigt von den Höhen Vergé's Division.
Wem dieser Anprall gilt, der mag erbeben!
Wer wollte der Lawine widerstreben?
 
   Das Mannesherz klopft fragend an die Rippen:
      ”Du heiße Brust, wie wirst Du nun so kalt?“
   Fest auf einander pressen sich die Lippen,
      Ein stummes Grausen wandelt durch den Wald.
   Und übermächtig näher kommt's geschritten,
      Der Wald von Vionville, das ist das Ziel!
   So ward umsonst der blut'ge Wald erstritten,
      So starb umsonst, wer hier zur Erde fiel?
Da horch - zur Linken, welch' ein Donnerrollen!
Geschützesräder furchen durch die Schollen.
 
   Im wilden Rosseslauf herangezogen
      Kommt da Stöphasius' Batterie gestürmt;
   Entgegen wirft sie sich den Unheilswogen
      Wie Schwimmers Brust sich gegen Wellen thürmt.
   Bis Schwarz im Feindesaug' er trennt vom Weißen
      Stürmt er voran, hoch wirbelt auf sein Schwert,
   Vom Protzen=Nagel die Geschütze reißen,
      Dem Feinde sind sie klirrend zugekehrt;
Nah ist das Ziel, die Todesbringer krachen,
Heiß in den Feind beißt sich ihr grimmer Rachen.
 
   Wie auf dem Meer, wenn sich die Wasserhose
      Das Meeres=Unthier, auf ein Fahrzeug rollt,
   Das Schiffsvolk, zu entgeh'n dem Todesloose,
      Kanonendonner ihm entgegen grollt,
   Wie sie vom Fuße dann zum Wirbel zittert,
      Bis sie, zerflatternd in ohnmächt'gen Gischt,
   Dem Meer, das rings aufschreckend tost und schüttert,
      Den grauen Leib, den ungeheuren, mischt.
So taumelte, so brach die Schaar der Franken,
Als ihre Reihen blutend niedersanken.
 
   Zurückgepeitscht, zerstückt die starren Glieder,
      Die feste Schaar ein ordnungsloser Hauf',
   So klimmen rückwärts sie zur Höhe wieder,
      Von der sie stürmend kamen, flüchtend auf.
   Und links von ihm, der so in letzter Stunde
      Den Brüdern reichte seine Helfershand,
   Da wirbelt's stäubend auf vom sand'gen Grunde,
      Gallus' Batterieen nehmen ihren Stand;
Er giebt die rechten Worte ihrem Grimme;
Ein Hahn, bei Gott, mit eines Löwen Stimme!«
 
[Vionville. Ein Heldenlied in drei Gesängen von Ernst von Wildenbruch.
Berlin. Verlag von Georg Stilke. 1874.
S. 12 f., über Richard Eduard Stoephasius]
»V o m   H e l d e n   S t ö p h a s i u s.
 
War Einer, der stürmte so herzhaft voran,
Als ob er von Eisen, der tapfere Mann;
Und mußt' er dem Tode erliegen,
So war es, um sterbend zu siegen.
 
Wohl strahlten die Jungfrau'n in sitt'gem Erglüh'n,
Als einstens er einzog so frisch in Berlin,
Anführt' auf bekränztem Rosse
Erbeutete Dänen=Geschosse.
 
Um sie zu gewinnen, stürmt' wacker er drein
Bei Düppel, als ging es zu lustigstem Reih'n,
Und schnell flog von Munde zu Munde
Vom Helden Stöphasius die Kunde.
 
Sein Kampfruf hieß: ”Vorwärts!“ und ”Brandenburg hoch!“
Im Felde sein Leben gar wenig ihm wog,
Er warf es dem Franzmann entgegen,
Kühn trotzend dem eisernen Regen.
 
Lud selbst die Geschütze mit mächtiger Faust
Bei Metz, als die Seinen von Kugeln zerzaust;
Solch Heldenbild nur zu erschauen,
Weckt Kampflust und frisches Vertrauen.
 
Das wußte Fritz Karl, der ihn zweimal geschmückt
Mit dem Eisernen Kreuz und die Hand ihm gedrückt,
Dem Tapfern, der felsgleich im Meere
Gefochten für König und Ehre.
 
Das wußte sein Korps, dem er ringsum bekannt,
Das mit Liebe und Stolz seinen Namen nur nannt';
Ein Jeder bei Biwak und Streite
Mocht solchen Gesellen zur Seite.
 
Wohl dorret der Lorbeer mit dem, der ihn bricht,
In der ewig bergenden Erde nicht;
Doch ach! Der Held ist begraben,
Den Alle geliebet haben.«
 
[Geschichte des Feldartillerie-Regiments
General-Feldzeugmeister
(1. Brandenburgischen) Nr. 3.,
bearbeitet von v. Stumpff,
Berlin 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
S. 500 f.]